400km nördlich des Polarkreises. Reise ins Ungewisse. Ich wusste ein paar Tage vor Abreise nach Tromsö nur, dass das Wetter recht gut werden sollte und die Nordlichtaktivität war hoch. Aber wohin es genau gehen sollte - es würde sich ergeben. Ein Auto hatte ich am Flughafen trotzdem reserviert, falls ich mich doch entscheiden sollte, Richtung Finnland zu fahren. Zwei Rucksäcke hatte ich dabei: Einen mit meiner vollständigen Winterausrüstung incl. Zelt und Trockenfutter für ein paar Tage. Und einen Fotorucksack, der noch schwerer war. Zu Hause hatte ich auf Google Earth ein paar potentielle Spots fürs Zelten markiert. Also rein ins Abenteuer, allein das Satellitentelefon als Rettungsanker dabei, falls es ganz grob werden sollte...
Der genialste Zeltplatz 400km nördlich des Polarkreises. 360° Rundumsicht. Unterhalb des Platzes spielten die Wale im Wasser. Am Himmel tanzten in der Nacht die Nordlichter.
Hier verbrachte ich zweieinhalb Tage in vollständiger Ruhe und Einsamkeit. Man könnte meinen, dass es einem langweilig wird. Zum einen ist aber immer etwas zu tun - Equipment in Ordnung halten oder Schnee für den Kaffee schmelzen - zum anderen gibt es immer etwas neues, etwas spannendes zu beobachten. Das Licht verändert sich stetig, Wale spielen in der Bucht unterhalb des Zeltplatzes, vielleicht kommt noch ein Elch vorbei. Und in der Nacht: Nordlichter, Nordlichter, Nordlichter in allen Farben und Formen.
Ein schöneren Nachthimmel über dem Zelt kann es kaum geben. Wenn es nicht zu kalt ist, lege ich mich gerne auf die Isomatte vor das Zelt und beobachte den Tanz der Nordlichter und trinke einen heissen Kaffee.
Mit dem Auto bin ich dann in der verbliebenen Zeit noch etwas in der Fjordregion nördlich von Tromsö herumgefahren. Fand einen alten Baum in der Nacht und viel Eis auf dem Wasser am Tag.